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Thomas Morgenstern
  Zum Autor Thomas Morgenstern

Als Nachkriegswehe seelisch kranker Eltern war ich schon früh stark auf der Suche nach Liebe und Anerkennung. Ich traf dabei auf den Übermut der Ämter und Institutionen, die Anonymität der Großstädte, mit ihren unzähligen Vermeidungsstrategien und deren Flüchtigkeit, die Arroganz und Ignoranz der Justiz und der Oberschicht und die Ausgrenzung und Isolierung desjenigen, der zu einem konventionellen Arbeits- und Familienleben keinen Zugang fand.
Ich begann nach der Ablegung meiner Gesellenprüfung zum Landschaftsgärtner und dem Ablegen meines Fachabiturs auf dem zweiten Bildungsweg ein Germanistikstudium in Frankreich, konnte mich jedoch in dem staatlich verwalteten, elitären Bildungssystem nicht wieder finden. In einem katharsischen Prozess, ausgelöst durch meine Wut auf ein rein funktionales und zweckgerichtetes Bildungs,- und Gesellschaftssystem, entschloss ich mich, das mir Wesentliche autodidaktisch zu erwerben, zudem ich mir eine Ausbildung etwa an einer guten Schauspielschule oder Filmschule sowieso nicht leisten konnte. Ich versuchte daher als Künstler zu arbeiten, in dem ich leidvoll versuchte mir einen eigenen Kosmos, eine eigene Struktur zu schaffen, um nicht von der äußeren weiterhin versklavt zu werden.
Meine künstlerische Arbeit fand jedoch, außer bei einigen engen Freunden, kein wahres inhaltliches Interesse oder gar Anerkennung in der Öffentlichkeit und den Medien, eher immer wieder Ignoranz und ich verfiel deshalb immer wieder in Verzweiflung und Depressionen. Schließlich landete ich, teils unfreiwillig, wenn ich etwa aufgrund meines sozialpolitischen Rebellentums auffällig geworden war, ( u.a nackt demonstriert im Rathaus von Amiens gegen Frankreichs Atomtests im Muroa Atoll), teils freiwillig, aufgrund der permanenten Ignoranz meiner künstlerische Arbeit und den darauf immer folgenden Krisen der Verzweiflung, Sinnkrisen und Depressionen, immer wieder in der Psychiatrie.
Im Atelier der Forensik , in die ich, wegen einer Körperverletzung an einer Ärztin in der Psychiatrie, einer Verzweiflungstat im Affekt, motiviert durch mein damaliges Erleben einer völlige Perspektivlosigkeit und einer ständige Bevormundung, ja fast Entmündigung in der Psychiatrie, eingewiesen worden war, nachdem ich mir am Tage davor versucht hatte mir mit Tabletten das Leben zu nehmen, erlebte ich endlich viel Wertschätzung und Förderung meines künstlerischen Arbeitens und war sehr froh in der Gemeinschaft meiner Mitpatienten dort an einem internationalen Projekt an dem mehrere Psychiatrien in Europa teilnahmen, mitarbeiten zu können.
Zudem habe ich mich mit einem Mitpatienten, einem Allgemeinmediziner angefreundet. Er nimmt sich jetzt mit einem gemeinsamen Freund von uns eine betreute Wohnung einem Ort der nicht genannt wird. Ich befinde mich zur Zeit noch im Dauerwohnheim, in der Beurlaubung aus dem Maßregelvollzug, arbeite hier in der hier im Wohnheim angeschlossenen Werkstatt, wo ich leichte Montagearbeiten mache, und möchte in nächster Zeit mit diesem inzwischen sehr engen Freund fürs Leben in einen Ort der hier nicht genannt wird in eine betreute Wohnung ziehen.
Ich bin Mitglied im Verein für Psychiatrieerfahrene,, sowie in einer freien Theatergruppe, der “Werkbühne” in einem Ort der hier ebenfalls nicht genannt wird, und schreibe unter anderem für die Zeitschrift “Brückenschlag einer Zeitschrift für Sozialpsychiatrie, Kunst und Literatur des Paranus Verlages in Neumünster. Seit etwa drei Jahren beziehe ich eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, beginne jetzt in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten.
Doch das Wichtigste: Ich bin ein bekennender Christ geworden und da der Grund meiner Hoffnung nicht mehr in mir selber liegt, sondern in Gottes Treue, blicke ich heute, trotz manchen Sorgen und manchem Leid, recht frohgemut und zuversichtlich in die Zukunft.
 Hier gibt es eine gratis Leseprobe für Sie.
 
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